Herzlich Willkommen zur Geschichte meiner privaten Wetterstation in Görlitz-Rauschwalde.
Die Anfänge (2013): Funk, Garten und das Wetter
Im Jahr 2013 entdeckte ich neben dem Funken und der Gartenarbeit ein neues Hobby für mich: die Meteorologie. Gemeinsam mit einem befreundeten Funker aus der Nachbarschaft beschloss ich, in das Thema einzusteigen. Wir entschieden uns beide für das Einsteigerset „Professionelle Wetterstation“ von Conrad Electronic. Es war die weitverbreitete Hardware unter der Bezeichnung „Fine-Offset“ mit der Konsole „WH-1080 SE“. Der Vorteil lag auf der Hand: Wir hatten zwei Konsolen zum Ablesen der Daten und im Zweifelsfall direkt Ersatzsensoren parat.
Da ich beruflich stark eingespannt war, fehlte mir die Zeit für den Bau einer passenden Wetterhütte. Kurzerhand bat ich meinen Vater um Unterstützung. Mit den passenden Materialien und einer Bauanleitung fertigte er innerhalb weniger Wochen die Hütte an. Ein Standort war schnell gefunden: Loch gegraben, Rohr einbetoniert – fertig.
Der Niederschlagsmesser fand seinen angestammten Platz etwa 1,5 Meter neben der Wetterhütte in einem Meter Höhe über Grund. Für die Windmessung nutzte ich meinen vorhandenen, 12 Meter hohen Antennenmast. Dieser bot mit 10 Metern Messhöhe ideale Bedingungen und ließ nach oben hin noch genug Platz für die Antenne.
Technische Herausforderungen und die Lösung mit CAT.7
Um die Sensoren in 10 Metern Höhe betreiben zu können, musste das Sensorkabel von ungefähr 2,5 m auf ca. 16 Meter verlängert werden. Nach einigen Recherchen in Foren war klar: Ein gut geschirmtes Netzwerkkabel muss her. Ein Funkfreund überließ mir glücklicherweise reichlich CAT.7-Verlegekabel von seiner Haus-Sanierung. So war eine störungsfreie Übertragung der Signale garantiert.
Der Wechsel zu Linux und WeeWX
Im Mai 2013 begann die systematische Datensammlung im Garten. Zuerst nutzte ich die Software Cumulus unter Windows – rückblickend eher „schlechte Zeiten“. Ich suchte weiter nach einer stabilen, kostengünstigen und optisch ansprechenden Lösung auf Linux-Basis. Nach langem Suchen fand ich endlich ein schönes Programm: Wview-Weather. Es gefiel mir auf Anhieb. Leider blieben die Versuche, meine Hardware mit dieser Software zum Laufen zu bringen, erfolglos, und die Suche ging weiter. Kurz darauf stieß ich auf das Open-Source-Projekt WeeWX.
Ich besorgte mir einen Raspberry Pi 1, installierte die Version 2.6.3 und passte das Layout an meine Bedürfnisse an (inklusive Übersetzung ins Deutsche). Unzufrieden mit dem mitgelieferten Skin fand ich kurz darauf das Design „Byteweather“, welches mir optisch sehr gut gefiel. Im April 2014 startete schließlich der offizielle Regelbetrieb der Langzeitaufzeichnung.
Expansion im Stadtgebiet: Neuer Standort Weinhübel
Doch bei einer Station sollte es nicht bleiben – mich reizte der Vergleich der Wetterdaten innerhalb des Stadtgebiets. Daher nahm ich im Oktober 2014 einen zweiten Standort in Görlitz-Weinhübel in Betrieb. Auch dort kam eine Wetterstation von Conrad Electronic zum Einsatz – dieses Mal das Modell ‚WS-1080‘ mit Touch-Display und einer kleinen Solarzelle zur Unterstützung der Akkulaufzeit des Senders. Um die Sensoren auf dem Dach eines Neubaublocks sicher montieren zu können, ließ ich mir eine spezielle Halterung zur Befestigung an einer Dachluke anfertigen. Leider stand dieser Standort unter keinem guten Stern: Nach genau einem Jahr segnete der Sensor das Zeitliche. Da zu diesem Zeitpunkt auch ein Umzug anstand, wurde der Betrieb in Weinhübel im Oktober 2015 endgültig eingestellt.
Erstes Upgrade von Hard- & Software
Nach sechs Jahren war es Zeit für ein Upgrade. Der Raspberry Pi 1 und das alte Raspbian-Betriebssystem wurden durch einen Raspberry Pi 4 mit 4 GB RAM ersetzt. Für maximale Stabilität sorgt seitdem ein Strom Pi 3. Da es damals kein passendes Gehäuse für diese Kombination gab, bastelte ich aus zwei Aluminiumgehäusen eine maßgeschneiderte Lösung. Dank der 12-Volt-Versorgung läuft das System seither ohne einen einzigen Ausfall.
Mit dem Sprung auf WeeWX 4.1.x (unter Raspberry Pi OS Buster) war es nun möglich, auch die Tageswerte im 5-Minuten-Intervall zu archivieren – und dank der sorgfältigen Datenbankpflege geschah dies sogar rückwirkend bis ins Jahr 2014. Durch die Einrichtung einer VPN-Verbindung ist es mir fortan möglich, die komfortable Wartung aus der Ferne durchzuführen.
Der Schritt in die Moderne: Funk-Sensoren ab 2023
Im Jahr 2023 folgte der nächste große Schritt: Die kabelgebundenen Sensoren erschienen mir nicht mehr zeitgemäß, weshalb die Umstellung auf moderne Funksensoren von Froggit (Ecowitt) erfolgte. Da von nun an alle Sensoren mit eigenständigen Batterien arbeiten, stand ich vor einer Herausforderung: Der Hersteller hatte nicht bedacht, dass ein Batterietausch an einem Windmesser in 10 Metern Höhe extrem kompliziert ist.
Da ich nicht vorhatte, den Antennenmast jedes Mal herunterzulassen, wenn die Batterie leer ist – was erfahrungsgemäß genau dann passiert, wenn es draußen kalt, nass und verschneit ist –, war meine Kreativität gefragt. Die Windmesseinrichtung mit integriertem UV-Licht-Sensor erhielt daher ein ebenso einfaches wie nützliches Upgrade für die Stromversorgung.
Ich besorgte mir einen Batteriedummy sowie ein UV-beständiges, gut isoliertes zweiadriges Kabel. Das Kabel wurde durch den Batteriedeckel geführt, sorgfältig abgedichtet und am Mast nach unten zu einer Verteilerdose verlegt. In dieser Dose habe ich eine modifizierte zweifache Batteriehalterung installiert, in der zwei Lithium-Batterien (Typ AA) parallel geschaltet sind. Diese Schaltung verlängert nicht nur die Laufzeit, sondern liefert auch bei extremer Kälte stabilen Strom. Die Lösung überzeugt durch ihren Erfolg: Seit der Inbetriebnahme im Juli 2023 sind die Batterien bis heute, im Januar 2026, durchweg im Einsatz.
Erweiterungen für Haus und Garten (2024–2025)
Im Frühjahr 2024 wurde das System um einen weiteren Außensensor ergänzt, welcher fortan die Schattentemperatur an der Nordwand der Laube in exakt 2 Metern Höhe misst. Ein Jahr später, im Frühjahr 2025, folgte mit dem Ecowitt WH0291 ein Sensor zur Erfassung der Bodenfeuchte im Hochbeet. Dieser liefert die Daten nicht nur an das System, sondern verfügt auch über ein eigenes Display, um die Werte direkt vor Ort ablesen zu können. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Weitere Sensoren zur detaillierten Erfassung des Mikroklimas sind bereits in Planung.
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